Dr. med. Jannis Schlickeiser

Interdisziplinäre Schmerzmedizin

Über uns

Wir freuen uns Ihnen in der Institution SprechZimmer+ hochspezialisierte Leistungen in allen relevanten Bereichen der Schmerzmedizin bieten zu können. Hierbei blicken wir auf langjährige Erfahrung in verschiedenen schmerzmedizinisch relevanten Fächern in der Akutmedizin  mit. Nach Tätigkeit in verschiedenen ausgewiesenen Schweizer Zentren bieten wir eine sehr grosse Bandbreite fachärztlicher schmerztherapeutischer Leistungen unter einem Dach. Gut erreichbar in Bern Liebefeld/ Köniz.

 

Zusammen mit unseren zahlreichen Partnern anderer Facharztrichtungen bei Sprechzimmer plus sowie externer Institutionen und hochspezialisierten Therapeutinnen und Therapeuten bringen wir alles mit, was interdisziplinäre Medizin und Schmerzmedizin auf höchstem Niveau ausmacht. Bei uns stehen Sie im Mittelpunkt und wir sind der Ansicht, dass dies die Grundlage für eine erfolgreiche Schmerzbehandlung ist.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben wir in einem langen interdisziplinär angelegten Weiterbildungskonzept unser Wissen und unsere Fähigkeiten konsequent weiterentwickelt – wohlwissend dass schmerzmedizinische Probleme nicht vor den Grenzen einzelner Fachgebiete halt machen. Verpflichtet unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Leistung anbieten zu können.

Hierdurch sind wir in vielen auch hochkomplexen Situationen in der Lage tragfähige Optionen anzubieten.

Hierfür nutzen wir einerseits regelhaft unter anderem moderne bildgebende Diagnostik wie Ultraschall, wobei wir praktische Erfahrung in vielen relevanten sonografischen Teilbereichen mitbringen (FA SGUM Modul Abdomen, weitere Erfahrung in den Bereichen Bewegungsapparat, periphere Nerven, Gefässe, Thoraxsonografie, Basisechokardiografie). Andererseits in Kooperation mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Radiologie ggf. auch weiterführende Modalitäten.

Dies hilft uns immens, einerseits Fehler zu vermeiden, andererseits Indikationen für insbesondere interventionelle Therapien hochpräzise zu stellen.

Der interventionelle Sektor stellt nebst Anamnese, klinischer Untersuchung und sonografischer Diagnostik einer unserer Hauptschwerpunkte dar: hier bieten wir umfassende praktische Erfahrung in nahezu allen ambulant durchführbaren schmerzmedizinischen Interventionen – sonografisch gestützt und röntgengesteuert. Für Spezialindikationen (i.e. Implantation von zentralen Stimulatoren und Pumpensystemen) sowie Fragen die operativen Disziplinen betreffend haben wir intern und extern Kooperationspartner, die ebenso wie wir einen hohen Qualitäts- und Serviceanspruch haben.

 

Vertrauen Sie Ihre schmerzmedizinischen Probleme Ärztinnen, Ärzten und Fachpersonen an, die Ihre individuellen Bedürfnisse ins Zentrum stellen. An unseren Standorten stehen wir Ihnen gerne mit unserer langjährigen Erfahrung und hoher Expertise in der allgemeinen Schmerzmedizin und insbesondere in der interventionellen Schmerztherapie zur Verfügung.

Sprechstunde

Unsere Sprechstunde findet ab Februar jeweils Montags und Donnerstags statt. Für die Terminvereinbarung senden Sie uns gerne eine Email an sprechzimmerplus@hin.ch oder rufen Sie uns an unter 031 380 59 00.

Team und Expertise

Jannis Schlickeiser 

Jannis Schlickeiser ist FMH Facharzt für Anästhesiologie FMH und Intensivmedizin FMH mit Zusatzqualifikationen als Notarzt (SGNOR), SGUM-Ultraschall (Modul Abdomen) und interventioneller Schmerztherapie (SSIPM) sowie Erfahrung in der Schmerztherapie am Inselspital Bern und in leitender Funktion der stationären Schmerztherapie an der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist.

Download Lebenslauf

 

Mirjam Kuert, Diplomierte Pflegefachfrau HF/ Pain Nurse
Antje Schlickeiser, Dipl. Pflegefachfrau Intensivmedizin NDS HF

   

 

FAQ und weiterführende Informationen für Patientinnen und Patienten sowie Zuweiserinnen und Zuweiser

Für Patienten

Wie bekomme ich einen Sprechstundentermin?

Informationen für Patientinnen und Patienten bei Selbstzuweisung:

    • Eine Zuweisung durch eine Hausarztpraxis oder Spezialarztpraxis ist in der Regel zwingend.
    • Patientinnen und Patienten, welche in einem Hausarztmodell versichert sind, können sich nicht selber zuweisen. Ausgenommen sind Selbstzahler
    • Patientinnen und Patienten, die weder eine Hausärztin noch einen Hausarzt haben, diesen nicht informiert haben wollen und/oder nicht von einem Spezialisten zugewiesen werden, können eine einmalige Konsultation im Sinne einer umfassenden Untersuchung und Beratung in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass uns alle Vorberichte und Bilder (MRI, CT etc.) direkt und ohne Aufwand für uns zur Verfügung gestellt werden.

Welche Unterlagen muss ich mitbringen?
Wichtige Unterlagen, die Sie zum ersten Termin mitnehmen müssen:
    • Krankenkassenkarte
    • Aktuelle Medikamentenliste
    • CDs und Befunde mit Bildern von MRI, CT, etc.
    • Relevante Befunde (z.B. Rheumatologie, Neurologie, Orthopädie, Chirurgie)

Was passiert bei kurzfristigen Terminabsagen?
  • Wenn Sie Ihren Termin nicht wahrnehmen können, informieren Sie uns bitte spätestens 24 Stunden vor Ihrem geplanten Termin.
  • Wir sind ein hochspezialisiertes Schmerzzentrum und haben dadurch eine Warteliste. Unentschuldigtes Fernbleiben verhindert, dass wir den Termin anderen Schmerzpatienten vergeben können, die dringend auf Termine warten.
  • Unentschuldigtes Fernbleiben verursacht unserer Praxis auch einen finanziellen Schaden. Geeignete Räume, speziell ausgebildetes Personal und Geräte werden speziell für Sie bereitgestellt. Wir verrechnen Ihnen deshalb einen Teil der Kosten in Form einer Privatrechnung.
  • Ihre Versicherung übernimmt keine Kosten für unentschuldigte Absenzen.

Umgang mit Telefonaten seitens der Schmerzmedizin
Zur Klärung einfacher Fragen sind nach umfassender Erstkonsultation und ggf. interventionellen Therapien in vielen Fällen Telefonate ausreichend. Einfache Rückmeldungen betreffend der Wirkung von interventionellen Therapien oder anderen medizinischen Massnahmen (auf die wir als Behandler zwingend angewiesen sind) können oft gut telefonisch gegeben werden, da erneute Untersuchungen in den meisten Fällen nicht nötig sind. Dies ist idR sowohl für uns als auch insbesondere für die Patientinnen und Patienten hilfreich, gerade wenn Patienten von weiter anreisen müssen oder anderweitige Termine oder Berufstätigkeit besteht.
Beachten Sie bitte hierzu folgendes:
Sollte diese Form der Kommunikation in Betracht kommen sind wir auf Ihre Erreichbarkeit angewiesen.
Bitte tätigen Sie keine Rückrufe auf die Nummer: Wir sind idR in enger Taktung gebunden und meistens durch Gespräche, Untersuchungen oder Interventionen nicht abkömmlich und können durch das fast nie ans Telefon gehen.
Sollten wir Sie nicht erreichen, würden wir für den Austausch, den Erhalt der Informationen und die Planung der weiteren medizinischen Schritte Folgekonsultationen vor Ort planen.

Können bei paincontrol bzw. bei SprechZimmer+ durch Schmerzmediziner Arztzeugnisse ausgestellt werden?
Arbeitszeugnisse:
Für Termine bei uns im Rahmen von ambulanten Therapien erhalten Sie bei Bedarf ein Zeugnis (für die Behandlungstage). Da Schmerz ein Geschehen ist, was schlussendlich in der Grosshirnrinde entsteht und somit subjektiv ist, uns gutachterliche Kompetenz fehlt und wir keine tiefergehende fachärztliche Expertise in Orthopädie, Traumatologie und sonstigen relevanten Fächern haben übernehmen wir keine längerfristigen Krankschreibungen darüber hinaus. Hierfür haben wir Kooperationspartner im Bereich der Arbeitsmedizin und den hierfür besser qualifizierten Kolleginnen und Kollegen der operativen Disziplinen und Hausärzte.

Warum ist Nikotinkonsum in der Schmerzmedizin problematisch?
Nikotinkonsum kann Inflammationsvorgänge (Entzündungsvorgänge) fördern: Dies schliesst auch Entzündungen beispielsweise an Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke ein, die oft ursächlich für Schmerzproblematiken sind. Zudem sorgt Nikotin bei vielen Medikamenten für einen beschleunigten Stoffwechsel (und somit eine schlechtere Wirkung). Hausärzte können mit medikamentöser Rauchstopunterstützung helfen. In der Regel ist die stoffliche Abhängigkeit auf Nikotin nach 3 Tagen Abstinenz kein Thema mehr. Psychologen können bei nichtmedikamentöser Rauchstopunterstützung helfen. In kombinierter Therapie werden Abstinenzquoten von rund 30-40% erreicht.

Warum ist Übergewicht in der Schmerzmedizin problematisch?
Nebst statischen Problemen betreffend der Belastung des Bewegungsapparates kann auch Übergewicht Entzündungsvorgänge fördern. Sollten Probleme bestehen können unsere Partnerinnen und Partner der Ernährungsberatung beim Erreichen Ihrer Behandlungsziele helfen.
Zuweiser

Welche Möglichkeiten der Zuweisung bestehen?
Niemand weiss immer und zu jedem Zeitpunkt alles: Wir bauen daher bei unseren Entscheiden auf interdisziplinäre Beratungen unter Einbezug anderer Fachdisziplinen, bei denen insbesondere die Hausärzte und Praktischen Ärzte eine tragende Rolle einnehmen. Um den Bedürfnissen individuell Rechnung zu tragen bieten wir folgende Möglichkeiten an:
  • Zuweisung zu einer umfassenden schmerzmedizinischen Erstbeurteilung
    In diesem Rahmen führen wir eine umfassende Anamnese, klinische Untersuchungen, ggf. sonografische Zusatzdiagnostik und Aufklärungen zu etwaig folgenden konservativen oder interventionellen Therapien durch
  • Zuweisung zu einer spezifischen konsiliarischen Beratung
    Sie haben eine spezifische Frage betreffend Diagnostik, medikamentöser oder nichtmedikamentöser Therapie – wir stehen gerne zur Verfügung
  • Zuweisung zu einer spezifischen Intervention elektiv
    Sie wissen um das Problem, die Klinik passt und sie wünschen lediglich eine spezifische röntgengestützte oder sonografisch gestützte Intervention – wir helfen gerne. In einem solchen Fall einer «Auftragsarbeit» führen wir lediglich die gewünschte durch und erfragen im Rahmen der Sprechstunde oder telefonisch idR am Folgetag den Effekt
  • Zuweisung zu einer spezifischen Intervention notfallmässig
    Sie haben Gründe warum eine spezifische Intervention nicht warten kann – wir stehen auch kurzfristig zur Verfügung. Beachten Sie jedoch bitte, dass unsere Kapazitäten für diese Art der Behandlung begrenzt sind

Wie ist der Umgang bei paincontrol sowie der Schmerzmedizin bei SprechZimmer+ betreffend Opiatrezeptierung und Weiterverordnung von Opiaten?
Opiate sind in der Behandlung chronischer Schmerzen insgesamt eine problembehaftete Substanzklasse. Dies zuvorderst aufgrund von einerseits Toleranzentwicklung (bereits nach 3 Wochen Einnahme möglich), andererseits aufgrund von entstehenden paradoxen zentral bedingten Schmerzüberempfindlichkeiten. Zudem sehen wir unsere Patientinnen und Patienten in der Regel nur einen begrenzten Zeitraum lang. Wir führen aus diesen Gründen idR keine Rezeptierung von Opiaten und keine Weiterverordnung derselben durch.

Wie ist der Umgang bei paincontrol und der Schmerzmedizin bei SprechZimmer+ betreffend zentraler Stimulatoren und Pumpensysteme?
Zentrale (rückenmarksnahe) Stimulatoren und zentrale Pumpensysteme:
Implantation und Nachbetreuung von zentralen Stimulatoren und zentralen Pumpensystemen (Opiat, Baclofen) führen wir nicht durch: Dies vor allem, weil wir aufgrund oft guter Behandlungserfolge unserer bestehenden Verfahren meistens nicht auf invasivere Methoden zurückgreifen müssen. In ausgewählten Fällen in denen solche Systeme infrage kommen haben wir Kooperationspartner innerhalb unserer Behandlungsstrukturen und extern.

Wie ist der Umgang bei koexistierenden relevanten Suchtproblemen?
Suchtproblematiken (insbesondere Alkohol, Opiate und illegale Drogen) erschweren (bis verunmöglichen) mitunter eine schmerzmedizinische Therapie. Eine adäquat eingeleitete Suchttherapie ist daher in vielen Fällen Voraussetzung für Behandlungserfolge in der Schmerzmedizin. Für die Suchttherapie haben wir Kooperationspartner.
Weitere medizinische FAQ und Informationen
Warum ist Ultraschall in der schmerzmedizinischen Diagnostik und Therapie unverzichtbar geworden?
Ultraschall als Zukunft in der Diagnostik und Therapie:
Im Rahmen unserer Tätigkeit in den verschiedenen Bereichen der Medizin haben wir seit Beginn der Etablierung der Technik umfassende Erfahrung in der Ultraschalldiagnostik und Erfahrung in ultraschallgeführten Punktionen. Dies betrifft weite Teile der Sonografie, wie Abdomensonografie, Thoraxsonografie, Basisechokardiografie, Bewegungsapparat und schlussendlich Darstellung (und Therapie) der peripheren Nerven. Wir sind der Ansicht, dass dies die Behandlungsqualität verbessert und in Zukunft noch weit grösseren Raum in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen einnehmen wird. Ferner führen wir aus Sicherheitsgründen und Gründen des Patientenkomforts intravenöse Punktionen (z.B. für Lidocain- oder Ketamininfusionen) unter sonografischer Kontrolle durch.

Welche Rolle spielen Erfahrungen und Mentoren in der Schmerzmedizin?
Abdeckung eines breiten Spektrums der Schmerzmedizin:
Für das Angebot einer möglichst hohen qualitativen Leistung ist es erforderlich, an Referenzzentren verschiedene Behandlungen von ausgewiesenen Spezialisten/ Mentoren zu erlernen. Dies betrifft mutmasslich jeden Berufszweig. Wir hatten das Glück, u.a. an der Uniklinik Balgrist, der Klinik Hirslanden Zürich, dem Inselspital Bern und dem Unispital Zürich (Prof. Urs Eichenberger, Dr. En-Chul Chang, Rayco Cabarga) umfassende Erfahrungen in der Schmerztherapie sammeln zu können. Dies betrifft Beurteilungen und Beratungen, konservative Therapien und das gesamte Spektrum infiltrativer Therapien. In letzterem Bereich sind wir hochspezialisiert für alle gängigen ultraschallgestützten und röntgengestützten Verfahren.

Warum können Schmerzinterventionen in einem multimodalen Behandlungs-Setting im besonderen Ausmass helfen?
Abdeckung eines breiten Spektrums an Schmerzinterventionen:
Gezielte Schmerzinterventionen («Spritzen») haben in vielen Fällen Vorteile gegenüber systemischen medikamentösen Ansätzen und können gerade zu Beginn von Behandlungen den Start anderer wichtiger Therapien wie beispielsweise Physiotherapie, Chiropraktik etc. erleichtern. Wenn (nach genauer Anamnese/ Befragung, klinischer Untersuchung und ggf. weiterführender Diagnostik wie z.B. mittels Ultraschall) die schmerzauslösende Struktur gefunden ist lassen sich mit Schmerzinterventionen oft sehr gute Verbesserungen erzielen – und der Schmerzchronifizierung entgegenwirken. Oft lassen sich mit Hilfe repetitiver Verfahren oder neuromodulativer Verfahren auch längerfristige Verbesserungen erzielen.
Oft lassen sich mit gezielten Interventionen Schmerzmedikamente, die in Tabletten- oder Tropfenform eingenommen werden deutlich reduzieren oder gar ganz stoppen. Dies kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Organfunktion (insbesondere Leber, Niere, Magen) oder aber wenn andere Dauermedikamente eingenommen werden müssen eine grosse Rolle spielen und die tägliche Systembelastung des menschlichen Körpers durch die Substanzen deutlich reduzieren.
Als eine der wenigen Institutionen sind wir hochspezialisiert im Bereich der röntgengestützten und ultraschallgestützten Schmerzinterventionen in allen Bereichen (mit Ausnahme des Ganglion Gasseri). Die letzten Jahre führten wir diese zu einem hohen Prozentsatz in hohen Arbeitspensen durch.

Ist es möglich zu Interventionen zu «schlafen» bzw. eine «Narkose» zu erhalten?
Sedationen («Schlaf»):
Unser oberstes Ziel ist, dass es Ihnen bei uns gutgeht wobei Sicherheit oberstes Gebot ist.
In einigen Fällen bestehen ausgeprägte Ängste betreffend Nadeln («Spritzenphobie»). Hier kann es sinnvoll sein, je nach individueller Situation ein oder mehrere schlafanstossende Medikamente über die Vene zu applizieren. Wir sind Anästhesisten («Narkoseärzte»), mit allen verfügbaren und zugelassenen Medikamenten praktisch vertraut und können diesen Service gern für Sie anbieten. Wir haben ferner ausgewiesene Erfahrung in klinischer und präklinischer Notfallmedizin und sind dadurch auch im (sehr seltenen) Falle von Komplikationen ausgebildet.
Falls Sie eine Sedation wünschen ist es zwingend, dass Sie nüchtern sind (6h für feste Kost, 1h für klare Flüssigkeit wie Wasser oder Tee). Nahrungsmittel wie Milch, Rahm, Säfte haben eine längere Magenverweildauer und zählen daher anästhesiologisch wie feste Kost und sind daher innerhalb von 6h vor der Intervention mit «Schlaf» kontraindiziert. In Fällen nicht nüchterner Patienten bei Eingriffen in Sedation muss die Intervention verschoben werden.
Insgesamt sind jedoch Sedationen nur in seltenen Fällen erforderlich. Zudem liefern Ihre Angaben während der Intervention oft zusätzliche wertvolle Informationen.

Machen Operationen aus schmerztherapeutischer Sicht Sinn?
Evaluierung operativer Optionen:
In manchen Situationen führen konservative oder auch interventionelle Möglichkeiten nicht zum gewünschten langfristigen Behandlungserfolg. Für diese Fälle haben wir Ansprechpartner zu den operativen Disziplinen, insbesondere der Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie. In vielen Fällen macht es jedoch Sinn vorher konservative oder interventionelle Alternativen zu prüfen, da diese idR deutlich weniger invasiv sind.

Welche Besonderheiten bestehen bei der Anwendung von Ketamin in der Schmerzbehandlung?
Ketamininfusion bei chronischen Schmerzen:
Ketamin ist seit Jahrzehnten als Narkosemedikament und sehr stark wirkendes Schmerzmedikament in der Anästhesie und bei Akutschmerzen im Gebrauch und dafür zugelassen. Es hat besondere und einzigartige Wirkungen: Ketamin wirkt hemmend auf spezifische NMDA-Rezeptoren der Nervenzellen im Schmerzsystem. Die verursachen, dass durch die Schmerzleitung die leitenden Nerven dauerhaft „hochgeregelt“ bleiben und überschiessende Impulse an das Gehirn senden. Somit können auch geringe Schmerzreize oder gar normalerweise nicht schmerzhafte Stimuli bis zu den Schmerzarealen im Gehirn gelangen. Dadurch spielen die NMDA-Rezeptoren in der Chronifizierung und Sensibilisierung von Schmerzen eine sehr bedeutende Rolle.
Es gibt viele Studien und Fallberichte über eine positive Wirksamkeit mit Schmerzverbesserungen, welche über eine dauerhafte Hemmung der NMDA Rezeptoren „Anti-Chronifizierungswirkung“ durch das Ketamin erreicht werden. Zudem können durch die sehr gute antidepressive Wirkung schwere Depressionen therapiert werden.
Medizinische Indikationen: 
  • therapieresistente chronische Schmerzen mit Hyperalgesie, Allodynie (zentrale Schmerzüberempfindlichkeit), Toleranz/Unwirksamkeit von Opiaten und anderen starken Analgetika.
  • therapieresistente neuropathischen Nervenschmerzen wie Phantomschmerz, Zosterneuralgie, schweren Nervenschmerzen (z.B. Nervenverletzungen), CRPS (Sudeck-Syndrom),
  • therapieresistente schwere Depressionen (Indikation von Psychologen/in bzw.Psychiater/-terin erforderlich!)
Wie läuft die Ketamin-Infusionsbehandlung ab?
  • Sie werden von vor einer Ketaminbehandlung ausführlich in einem ärztlichen Gespräch beraten und aufgeklärt. Es wird überprüft, ob die bisherigen Behandlungen bzw. Alternativen umfassend und ausreichend zum Einsatz kamen. Vorangehend erfolgt eine ausführliche Anamnese, Sichtung aller Vorbehandlungen und Befunde und Sie werden körperlich untersucht. In seltenen Fällen sind weitere Spezialuntersuchungen nötig.
  • Am Behandlungstag dürfen Sie trinken, aber nur wenig/eine Kleinigkeit essen. Vor der Ketamin- Infusion legen wir Ihnen Überwachungsgeräte an, um verschiedene Körperfunktionen während der Infusion messen zu können. Hierzu zählen Herzfrequenz, Pulsoxymetrie (misst die Sauerstoffsättigung im Blut), Atemfrequenz und regelmäßige Blutdruckmessungen
  • Über den Venenzugang können zusätzlich weitere Medikamente in die Vene gegeben werden, wo sie idR einen schnellen Wirkeintritt haben
  • Die Medikamentenpumpe wird in der passenden Dosierung eingestellt und dann gestartet. Es erfolgen im Normalfall 5 Behandlungen im Wochenabstand mit steigender Dosis. (Da die therapeutisch wirksame Dosis sehr unterschiedlich ist und auch das Auftreten von Nebenwirkungen sehr unterschiedlich sein kann wird zur Dosisfindung mit einer kleinen Dosis begonnen, die im weiteren Verlauf schrittweise gesteigert wird.)
  • Die Ketamindosis beträgt maximal bis zu 0,5 mg/kg Körpergewicht in einer gleichmäßigen Infusion mittels Medikamentenpumpe. Die reine Infusionsdauer beträgt 1 Stunde, angeschlossen daran erfolgt eine mindestens 90-minütige Überwachung: Die Dauer der Gesamtbehandlung beträgt somit 2,5 bis 3 Stunden
  • Während der Infusion befindet sich eine examinierte medizinische Fachkraft (Pain Nurse) im Raum oder Nähe, so dass Sie jederzeit einen Ansprechpartner haben. Eine Patientenklingel ist jederzeit griffbereit. Der Arzt kommt bei Bedarf vorbei und kontrolliert die Therapie und die Einstellungen. Ein Arzt hält sich während der Dauer der Infusion immer in der Nähe auf.
  • Nach der Infusion sollten Sie 90 min der Überwachung einplanen. Das Pflegepersonal betreut Sie in dieser Zeit.
  • Nach jeder Infusion erhalten sie ein Schmerzprotokoll auf der sie die Schmerzstärke dokumentieren sollen aber auch ihre Empfindungen kurz notieren können.
  • Nach Abschluss der Dosisfindungsserie findet ein Gespräch mit ihrem Arzt statt, um die Wirkung zu besprechen und ggf., d.h. bei positivem Ansprechen die therapeutische Infusionsserie mit der geeigneten Dosis, Zeitabstand und Anzahl der Infusionen festzulegen.
  • Eine Begleitperson für den Nachhauseweg ist unbedingt erforderlich. Das Führen eines KFZ bzw. Teilnahme im Straßenverkehr ist am Infusionstag nicht erlaubt (bis 24 Stunden danach).
Mögliche Nebenwirkungen
  • Ketamin entfaltet nur während der laufenden Infusion Nebenwirkungen. Sie fühlen sich möglicherweise wie angetrunken oder träumen absurde Dinge, können Töne sehen, oder Gegenstände in anderen Größendimensionen und Farben wahrnehmen. Sollten die Empfindungen unangenehm sein, kann die Behandlung jederzeit angepasst oder pausiert werden. Eine vorgängige Gabe eines Beruhigungsmittels kann bei Bedarf verabreicht werden
  • Den Nachmittag und Abend nach der Infusion werden Sie ganz normal verbringen
  • Unsere Erfahrung ist, dass Ketamin sehr gut vertragen wird. Typischerweise wird der Körper während der Ketamininfusion „leichter“ empfunden, die Schmerzregionen werden weniger aggressiv und man empfindet einen schmerzfreien/armen, leicht schwebenden Zustand
  • Nebenwirkungen wie Benommenheit, Müdigkeit und leichte Kreislaufbeschwerden können nach der Ketamininfusion über einige Stunden anhalten
  • Langfristige Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Sobald die Infusion beendet ist kommt es zeitnah zu einem Abklingen der Symptome

Welche Besonderheiten bestehen bei der Anwendung von Lidocain in der Schmerzbehandlung?
Lidocaininfusion bei chronischen Schmerzen
Generelle Informationen:
Medizinische Indikationen:
Vor allem bei chronischen neuropathischen Schmerzen (z.B. CRPS, Postamputationsschmerz)
Weitere mögliche Indikationen:
Onkologische Schmerzzustände
Fibromyalgie und andere chronische Schmerzzustände als Reserveoption
Wie läuft die Lidocain-Infusion ab(?):
  • Sie werden vor einer Lidocain-Infusion ausführlich in einem ärztlichen Gespräch beraten und aufgeklärt. Es wird die Indikation überprüft und ferner alternative Behandlungskonzepte (sofern möglich) evaluiert.
  • Es erfolgt eine ausführliche Anamnese, Sichtung aller stattgehabten Behandlungen und Befunde und sie werden körperlich untersucht. Gegebenenfalls sind weitere Spezialuntersuchungen nötig.
  • Am Behandlungstag dürfen sie bis 2 h vor dem Termin trinken und wenig/ eine Kleinigkeit essen.
  • Vor der 1. Infusion der 5er Serie wird ein EKG bei ihnen geschrieben. Hierbei werden Herzfrequenz und Herzrhythmus überprüft. Das EKG wird von unserem Schmerzspezialisten überprüft. Sollten keine Kontraindikationen bestehen wird mit der 1. Infusion begonnen. Hierfür legen wir ihnen ein Venflon (Venenzugang)
  • Während der Infusion legen wir ihnen Überwachungsgeräte an, um die verschiedenen Körperfunktionen während der Infusionsgabe Messen zu können. Hierzu zählen Herzfrequenz, Pulsoxymetrie (misst die Sauerstoffsättigung im Blut), Atemfrequenz, sowie regelmässige Blutdruckmessungen.
  • Über den Venenzugang können wir ihnen falls nötig weitere Medikamente verabreichen.
  • In einer ersten Serie von 5 Terminen wird die für sie die richtige Dosierung bestimmt. Nebenwirkungen der Therapie sind mit steigender Dosis wahrscheinlicher, in tiefer Dosis jedoch nicht ausgeschlossen. Das heisst, es erfolgen idR im Wochenabstand 5 Behandlungen mit steigender Dosierung.
  • Die Lidocaindosis beträgt bei der 1. Infusion 1mg/kg/KG und wird gleichmässig mithilfe einer Medikamentenpumpe über ca 30-60 min verabreicht.
  • Während der Infusion befindet sich eine spezialisierte Pflegefachperson im Raum oder in unmittelbarer Nähe, so dass Sie jederzeit einen Ansprechpartner haben. Eine Patientenklingel ist jederzeit griffbereit. Der Arzt kommt bei Bedarf vorbei und kontrolliert ggf. die Therapie und die Einstellungen. Der Arzt hält sich während der Infusionsdauer in der Nähe auf.
  • Nach der Infusion sollten Sie 60-90 min einplanen zur weiteren Überwachung. In dieser Zeit sind essen und trinken erlaubt. Das Pflegepersonal betreut Sie in dieser Zeit
  • Nach jeder Infusion erhalten sie ein Schmerzprotokoll auf dem die Schmerzstärke im Wochenverlauf dokumentiert werden soll.
  • Nach Abschluss der Dosisfindungsserie findet ein Gespräch mit ihrem Arzt statt, um die Wirkung zu besprechen und die therapeutische Infusionsserie mit der geeigneten Dosis, Zeitabstand und Anzahl der Infusionen festzulegen.
  • Eine Begleitperson für den Nachhauseweg ist unbedingt erforderlich. Das Führen eines KFZ bzw. Teilnahme im Straßenverkehr ist nicht erlaubt am Tag der Infusionsgabe (bis 24 Stunden danach).
Das Schweizerische Rote Kreuz bietet Fahrdienste an. Auf der Internetseite www.redcross.ch können sie für die Termine selbständig einen Fahrdienst organisieren. (mindestens 2.5h Zeit einplanen für die Infusion)
Kontraindikationen gem. Kompendium:
Überempfindlichkeit auf Lidocain, Anästhetika der Amid-Gruppe oder auf einen der Hilfsstoffe gemäss «Zusammensetzung».
Die Anwendung von Lidocain HCl «Bichsel» ist kontraindiziert bei Patienten mit Hypovolämie, akut dekompensierter Herzinsuffizienz, Herzblock und anderen Erregungsleitungsstörungen, schwerem Schock und Myasthenia gravis.
Mögliche Nebenwirkungen (Auszug):
niedriger Blutdruck (Hypotonie) und dadurch möglicherweise Müdigkeit und Schwindel
niedriger Puls (Bradykardie) oder zu schneller und unregelmässiger Puls (Tachyarrythmie), Übelkeit / Erbrechen